Online-Workshop: Gender-Diversity-Aspekte in der Forschung

Ist Forschung gender-diversity-neutral?
Wieso sollen Gender-Diversity-Aspekte in der Forschung eine Rolle spielen? Sollte Forschung nicht objektiv und gender-diversity-neutral sein? Diese Fragen stellen sich immer wieder, wenn gefordert wird, Gender-Diversity-Aspekte in die Forschung zu integrieren. In vielen Disziplinen spielen diese Aspekte schon lange eine wichtige Rolle. Jedoch kommen die Erkenntnisse nicht immer auch außerhalb der Forschung an, obwohl dies inzwischen auch von der DFG gefordert wird.
Es ist Immer möglich, diese Aspekte auf das Wissenschafts- und Forschungsumfeld zu konzentrieren. Wo Menschen zusammen forschen, ihre Forschungen Menschen und/oder ihr Umfeld tangieren, ist die Integration von Gender-Diversity-Aspekten möglich und notwendig.

Fragen: Wie geht die jeweilige Disziplinkultur mit diesen Aspekten um? Wer arbeitet mit welchem sozialen, kulturellen Hintergrund im (diversen) Forschungsteam? Wer entwickelt was für wen für welchen Bedarf mit welchem sozialen, kulturellen Hintergrund und welchem Ziel (Ich-Methodologie1)? Wer profitiert von der jeweiligen Forschung? Wer nicht? Wer trägt die kurz-, mittel- und langfristigen Kosten? Welche Einflüsse hat die Forschung auf Umwelt und Gesellschaft? Welche neuen Forschungsansätze – wie z.B. partizipative Forschung – können helfen und sind sinnvoll?
Um diese Fragen zu beantworten, sind Analyseansätze2 hilfreich. Sowohl die DFG als auch andere internationale Forschungsinstitutionen geben dazu inzwischen viele Anregungen.

Inhalte:
Neben den Grundlagen zu Gender-Diversityaspekten sollen in diesem Workshop v.a. Analyseansätze diskutiert und auf die jeweils eigene Forschung angewandt werden, um so einen ersten Eindruck zu gewinnen, wie und wo Gender-Diversity-Ansätze möglich sind. Dazu werden Beispiele aus den Forschungsbereichen der Teilnehmer*innen herangezogen. Die Teilnehmer*innen werden

1. Prioritäten und Ergebnisse – unter Gender-Diversity-Prämissen kennenlernen
2. Ihre Konzepte und Theorien – unter Gender-Diversity-Prämissen überdenken
3. Forschungsfragen (neu/anders) formulieren - unter Gender-Diversity-Prämissen
4. Analysieren, wie biologisches, soziales Geschlecht, und Diversityaspekte zusammenwirken
5. Technische Innovationsprozesse auf Gender-Diversity-Aspekte überprüfen
6. Gestaltung von Gesundheit & biomedizinischer Forschung auf Gender-Diversity-Aspekte hin betrachten
7. Partizipative Forschung und Design kennenlernen
8. Normen und Referenzmodelle der eigenen Disziplin betrachten
9. Sprache und visuelle Repräsentation in ihren Forschungen überdenken

Ziel ist Analysekriterien zur Integration von Gender-Diversity-Aspekten in der eigenen Forschung zu entwickeln
und diese anzuwenden – auch im Hinblick auf DFG Forschungsstandards.

Methoden: Inputs, Diskussion, eigene Recherche in Kleingruppen und Vorstellen von eigenen gender-diversitysensiblen
Forschungskonzepten der Teilnehmer*innen

[1] Die "Ich-Methodik" - Annahme von Technologieentwickler*innen, dass sie sich als repräsentativ betrachten (oftmals weiße junge Männer)
[2] http://genderedinnovations.stanford.edu/Gendered%20Innovations.pdf, p.37

ACHTUNG: Die Berechnung der Workshopkosten und des Selbstkostenbeitrags für diesen Online-Workshop erfolgt analog zu der für einen eintägigen Präsenz-Workshop.

Sprache

  • Deutsch

Zielgruppe

  • Promovierende, Promovierte

Dozenten

  • Dr. Bettina Jansen-Schulz

Datum

Mo. 07.02.22
09:00
- 13:30
Hinweise
07.02.2022

Veranstaltungsort

Kursprogramm



Kontakt

Maja Starke-Liebe
Telefon +49 331 977-4569